Reiseblog

10Mai
2013

Fahrradtour 2013 Teil 3 Kroatien - Slowenien

Tag 11                   08.05.2013

 

Osijek – Donhi Miholijac- Slatina- Virovitica (HR)

 

Um 08:00 Uhr war Aufstehen angesagt und kurz darauf gab es ein sehr gutes Frühstück. Wir durften unser Gepäck noch im Hotel lassen, damit wir noch einen kleinen Stadtbummel mit den Rädern machen konnten.

Überall waren kroatische Flaggen und nationalistische Symboliken zu sehen. Wir wollten gern die Kathedrale besichtigen, durften sie aber mit kurzer Kleidung nicht betreten. Wir schauten uns den kleinen Hafen an der Drava an und fuhren kleine Schlenker durch die Stadt. Auch hier waren an vielen Gebäuden, ob Schule ,Kino oder Wohnhaus viele Einschusslöcher zu sehen.

Drava Hafen in Osjiek Drava Hafen in Osjiek Drava Hafen in Osjiek  Osjiek - Markt

 

Kriegsnarben Kriegsnarben

Es machte uns sehr nachdenklich, dass hier vor 20 Jahren ein furchtbarer Bürgerkrieg getobt hat, mitten vor unserer europäischer Haustür und alle Staaten haben viel zu lang tatenlos zugesehen. Allein wenn man an die jahrelange Belagerung von Sarajevo in Bosnien  oder an die Gräuel von Srebenica oder Goradze denkt wird man ganz still.

Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, dem sei die sechsteilige Dokumentation „Bruderkrieg“ empfohlen, die der österreichische Rundfunk anlässlich des 20 jährigen Gedenkens seit Beginn des Krieges gedreht hat.Die Dokumentation veranschaulicht alle Ursachen die zu dem Konflikt geführt haben und führt anschaulich und verständlich durch all die Wirren und Seiten dieses Wahnsinns. Sehr empfehlenswert. 

 

Wir fuhren zurück zum Hotel, packten unsere Taschen auf die Räder und starteten direkt zum nächsten Supermarkt durch. Wir kauften ordentlich ein und merkten hier auch, dass das Preisniveau wieder dem Westeuropäischen angepasst war.

Wir mussten nun  immer auf einer recht vielbefahrenen Hauptstraße bleiben. In einem kleinen Ort machten wir noch einmal Halt weil es dort einen DM Markt gab und Manu Creme benötigte. Dort gab es einen kleinen Platz, auf dem in etwa die Anzahl Schüler einer eine ganze Schule standen und eine Tanzperformance einstudierten. Sehr amüsant zuzusehen.

Tanzperformance

Wir kamen heute gut voran, besorgten an einer INA Tankstelle HR Sticker und fuhren etwa 2h bis Donij Miholijac durch. Der kleine Ort liegt an der Drava, am gegenüberliegenden Ufer befindet sich schon wieder Ungarn.

Wir nahmen in einem Motel-Restaurant Platz und bestellten noch einmal Sopska Salat und Cockta. Die Cockta hielt was sie versprach, der Copska Salat war eher Gurkensalat mit Milch. Bäh! Aber das frische Weißbrot, welches zu hier jeder Speise gereicht wird, ist wieder einmal phänomenal lecker.

Weiter geht’s. An der Hauptkreuzung im Ort biegen wir einmal falsch ab und fahren um die 5km umsonst. Also umdrehen und wieder zurück. Jetzt sind wir wieder auf einer recht ruhigen Nebenstraße und es rollt ziemlich gut.Wir kommen durch kleine gepflegte Dörfer, auffällig sind nur immer wieder die leer stehenden und verlassenen Häuser mitten drin. Wir vermuten, dass dort vor dem Krieg Serben oder Bosnier gelebt haben, die dann vertrieben wurden, als der kroatische Staat ausgerufen wurde. Diese Vermutung wurde mir später von einer bosnischen Bekannten bestätigt.

Nach etwa 40km wollten wir an einer Bank auf einem kleinen Sportplatz rasten, doch sobald wir vom Rad abgestiegen waren, wurden wir regelrecht von Mücken angefallen. Sie waren überall und ziemlich aggressiv. Uns blieb nur die Möglichkeit zur Flucht. Fünf Kilometer weiter versuchten wir noch einmal unser Glück an einem kleinen Waldstück mit einer kleinen Pilgerhütte.

Auch hier waren schon die ersten Mücken im Anmarsch. Manu holte schnell das Autan aus der Tasche und wir schmierten alle freien Körperstellen ein. Viel half das aber auch nicht. Wir verzehrten in Windeseile unser Essen während wir uns umherbewegten, damit die Mücken keine Chance hatten uns auszusaugen. Nach dieser rastlosen Rast fuhren wir weiter.

Nach insgesamt 60km auf dieser ruhigen Landstraße mussten wir bei der Stadt Virovitica auf die vielbefahrene Europastraße 2 wechseln. Wir begannen mit der Unterkunftssuche in dieser Stadt, hatten jedoch keinen Erfolg.

Also fuhren wir weiter. Einige Kilometer hinter der Stadt erklärte uns ein Tankstellenbesitzer, dass 3km weiter eine Art Pension liegt. Wir waren froh, denn wir hatten heute schon ordentlich Kilometer gemacht und waren langsam fertig.

Das Haus welches wir schließlich fanden, hatte neben den großen Räumen noch ein Restaurant angegliedert und ein großes Bad. Außerdem gab es Wäscheleinen im Hof. Wir bezahlten etwa zusammen 35€ für die Unterkunft, wuschen Wäsche und konnten diese sogar anständig aufhängen.

Wir wollten noch etwas essen, erklärten dass wir vegetarisch leben und bekamen ein sehr leckeres Menü serviert, bestehend aus Salat aus dem eigenen Garten und Ei mit grünem Spargel.

Im TV lief ein Fußballspiel: Hajduk Split gegen Lokomotiva irgendwas und ich hatte schönen Bierdurscht. Das eiskalte Ozujsko lief prächtig, aber Manu wollte nach dem zweiten Pils kein weiteres mehr mit trinken, denn er war ziemlich fertig. Allein wollte ich aber auch nicht weiter trinken und so blieb es bei den Dreien. Heute hatten wir die Eintausendkilometermarke geknackt! Yeah!

 

Tages-km: 135,01          Gesamt -km: 1132,80 Tages-hm: 100 Gesamt-hm: 1719

 

Durchschnitt: 20,80 km/h         Fahrzeit: 06:29:03h

 

Tag 12 /13 und 14     09./10./11.05.2013   

 

Virovitica(HR) – Koprivnica (HR)- Varazdin (HR) – Ormoz (SLO)

 

Um 08:00 Uhr wachten wir auf und bekamen zum Frühstück frisches Weißbrot, Spiegelei, hausgemachten Käse und Kaffee gereicht. Sehr lecker.

Wir nahmen unsere gewaschene ,aber noch nicht ganz getrocknete Wäsche von der Leine und packten zusammen. Ich ließ „ausversehen“ meine alten kaputten Badelatschen zurück und gegen 10 starteten wir wieder weiter auf der E2.

An einer Tankstelle gab es ein unschlagbares Angebot. Manu kaufte einen 4-erPack Energy Drinks, ich mir meine Cockta und wir beide uns LionPeanut. Wir fuhren weiter und kamen an einem Lidl vorbei. Hier deckten wir uns noch mit frischen Croissants und Wasser ein und Manu mit einer neuen Ration Müsliriegel.

Frisch gestärkt gaben wir jetzt richtig Gas und wir fuhren 110km in etwas über 4h. Wir hatten bis dahin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,3km/h, fast schon "Belgier Niveau". Allerdings kamen wir auf dieser Strecke zwei Mal in brenzlige Situationen, als uns LKWs bei Gegengenverkehr viel zu knapp überholten. Der Adrenalinspiegel war ganz schön hoch. Wir wollten so schnell wie möglich die Strecke hinter uns lassen.Die Straße führte gemächlich bergauf, wir fuhren ja quasi parallel stromaufwärts zur Drava, obwohl wir sie eigentlich nie zu Gesicht bekamen.

Um die Mittagszeit hatten wir dann endlich Varazdin erreicht und wir sahen schon die ersten Verkehrsschilder die ins slowenische Maribor zeigten, unserem finalen Ziel der Reise.

Varazdin ist eine schöne mittelalterliche Stadt mit einer weißen Burganlage und einer schönen restaurierten Altstadt. Sie war bis 1776 für sage und schreibe 20 Jahre die Hauptstadt Kroatiens.

Hier waren wieder viele Touristen unterwegs. Wir setzten uns in ein Straßencafe und tranken Cockta und Schweppes.

Varazdin Varazdin Varazdin

So viel Gas hatten wir auf der ganzen Tour noch nicht gegeben, das Race hinterließ seine Spuren. Wir waren ziemlich fertig und ausgedorrt, denn es war dazu ganz schön heiß. Nach den Getränken gönnten wir uns noch ein großes Eis und begannen mit der Suche nach der Burganlage.

Im Stadtpark haben wir uns dann plötzlich verloren. Manu war weg und ich fuhr herum, fand jedoch keine Spur von ihm. Ich schrieb ihm nach einigem Suchen einfach eine SMS, mit dem Hinweis dass wir uns an der Eisdiele wieder treffen wollen und das funktionierte auch.

Wir fuhren noch einmal gemeinsam los und fanden jetzt auch die schöne Burganlage. Wir fuhren einfach mit den Rädern durch den Torbogen und auch im Innenhof der Burg herum. Absteigen und drinnen herumlaufen wollten wir aber nicht. Wir waren glücklich mit dem was wir von den Bikes aus sahen.

Varzdin Burg Varzdin Burg Varzdin Burg Varzdin Burg Varzdin Burg

Außerhalb der Mauern probierten wir an einem der Stände Honigschnaps, der ziemlich stark war. Wir kauften Lavendelduftkissen mit dem Konterfei der Burg und kleine Mitbringsel für daheim. Dann sprachen wir einen Passanten an und wollten wissen in welche Richtung die Drava liegt. Er verwies Richtung Südwesten es stellte sich jedoch wenig später heraus, dass der Fluss nordwestlich lag.

Lovely Beer Zlatoroc -Der Bock mit den goldenen Hörnern

An einer Tankstelle kauften wir eine Stange Zigaretten der Marke Walter Wolf für unseren Freund Matze zum Dank, dass er uns auf dem Rückweg in der Nähe von Stuttgart beherbergen will. Im Supermarkt gab ich meine letzten Kunas für Käse und Cockta aus und wir fuhren nun in die richtige Richtung,natürlich nachdem ich auch das Navi noch einmal befragt hatte.

Wir fanden den Fluss mit wunderschönem Radweg  und folgten ihm eine Weile. Er war schön eingebettet in grün durch Wald und Flur. Links und rechts schoben sich schon die ersten höheren Berge langsam in Richtung des Flusses heran. Eine wunderschöne Kulisse, jedoch schwierig zu fahren.Der Untergrund wechselte zwischen Schotter und Erde und wir kamen wieder ziemlich langsam voran.

Drava in Varzdin Drava -Radweg Die Berge kommen näher schwierige Piste

Außerdem folgten wir den Mäandern des Flusses und er legte viele Schleifen hin. Dabei verloren wir auch die Orientierung und wir hatten das Gefühl wir fuhren im Kreis.

Normalerweise habe ich kaum Schwierigkeiten mit der Orientierung, hier jedoch hatte ich arge Probleme, das machte mir schwer zu schaffen, da es ja auch langsam abend wurde und wir kein Ziel sahen. Das Navi erkannte auch keinen Weg auf dieser Piste im Niemandsland zwischen Kroatien und Slowenien. Es bestand darauf, dass wir wieder umdrehen. Endlich kamen wir an ein großes Wehr mit Übergang. Wir wären auch gern übergewechselt, denn auf der anderen Seite lag schon Slowenien, aber natürlich kam gleich die Security und bestimmte: NO! NO CHANGEOVER!

Wenigstens führte eine echte Straße vom Wehr weg, welcher wir erst einmal folgten. Wir kamen an eine weitere neue Straße, die wiederum in eine andere Richtung führte. Die Straßen waren nagelneu und noch nicht im Navi registriert. Wir bestimmten jetzt instinktiv die Richtung, bei dir wir zum Glück richtig lagen.

Wir fuhren ein paar Kilometer und kamen plötzlich an eine Art Gypsie Lager. Überall standen die Leute und schauten uns neugierig an. Sie zeigten in die Richtung in die wir fuhren und riefen immer Slowenia! Slowenia! Wir waren auf dem richtigen Weg, aber Manu war ein wenig geschockt über die Zustände im und neben dem Camp. Hier wurden wieder einmal die unbeliebten Minderheiten an die Randgebiete des Landes verwiesen und mussten hier ihr Dasein fristen.

Wir fuhren noch etwa 2km und kamen schließlich endlich wirklich an der Grenze nach Ormoz an. Die Beamten waren nett und wir konnten schnell passieren.

Auch hier hatten im Bürgerkrieg die Slowenen erbittert Widerstand gegen die jugoslawische Volksarmee geleistet und konnten den Krieg im Land aber durch Zusammenhalt in allen Bereichen der Gesellschaft und der gesamten Bevölkerung nach "nur" sechs Tagen abwenden. Damals wurden die Straßen mit Bussen, Traktoren und Lkw`s blockiert, so dass die Militärkonvois gar nicht erst über die Grenze gelangen konnten.

Jetzt war ich ziemlich am Ende meiner Kräfte. Ich war wahrscheinlich unterzuckert und hatte absolut keine Power mehr. Ich wurde zittrig und mir wurde schwummrig. Alle Reserven waren aufgebraucht. Manu half mir mit zwei Müsliriegeln aus und so konnte ich zunächst wenigstens den steilen Anstieg hoch nach Ormoz bewältigen.

Es war Zeit für eine Unterkunft. In Ormoz gab es jedoch leider kein Hotel mehr. Manu fragte eine Passantin, jedoch stellte sich heraus, dass sie gehörlos war. Wir verstanden, dass es in Ptuj auf jeden Fall noch Unterkünfte gibt, bis dahin waren es jedoch noch über 40km in hügeligem Terrain.

Ich war wirklich am Ende meiner Kräfte, aber was bleib uns anderes übrig. Wir fuhren die hügelige Landstraße hinauf und hinunter, doch plötzlich zeigte ein Wegweiser nach rechts. Auf diesem stand „Penzion Sonja 2km

Die Straße hatte einen Anstieg von 11-13% die Weinberge hinauf. Wir hatten keine Wahl. Wir kämpften uns verbissen den Anstieg hinauf, oben applaudierten uns sogar Wanderer zu. Die Straße führte danach eine Weile über weniger steiles Gelände und wieder kam ein Schild mit der Pension darauf. Immer noch zwei Kilometer! Ich fluchte denn der Anstieg wurde wieder steiler und lag eine ganze Weile bei 12% ! Manu kämpfte sich verbissen hoch, doch ich musste absteigen und die letzten Meter der Kuppe schieben.

Oben angekommen rollte ich weiter und sah Manu schon ein ganzes Stück weiter vorn fahren. Es war wieder etwas flacher und das nächste Schild zeigte endlich dass die Pension "nur" noch 1km weit entfernt ist. Und es kam noch ein dritter Anstieg in dieser Liga dazu. Hier kapitulierte ich wieder nach der Hälfte und schob den Rest hinauf. Ich war komplett durchnässt, Manu ebenso, jedoch hatte er es ohne Absteigen bis hoch geschafft. Er bekam den Titel „Maschine des Tages“ verliehen.

Endlich erreichten wir die Pension. Sie war urgemütlich und hielt für uns ein schönes Zimmer bereit. Alle Strapazen hatten sich gelohnt.

Unser Restroom

Die Wirtin war super nett und herzlich. Wir duschten, zogen uns um und nahmen in der gemütlichen Wirtsstube Platz. Wir bekamen einen leckeren selbstgemachten Gemüsekuchen serviert, dazu selbstgebackenes Brot und Salat.

Heute gab es mehrere Gründe zum Feiern. Wir hatten die längste Tagesetappe der ganzen Tour hinter uns. Wir waren 40km vor Maribor. Und heute war immer noch Himmelfahrt! Ich sagte: "Los Manu, jetzt oder nie!!" So tranken wir jeder fünf Bierchen, zuerst das leckere Zlatorog von Lasko Pivo und als das aus war, Union Pivo.

Lasko! Lasko! Lasko again! Union !

Wir hatten nach dem anstrengenden Tag schnell ordentlich einen in der Krone und wir schickten lustige SMS mit Himmelfahrtsgrüßen an unsere Freunde.

Wir ließen die Höhen und Tiefen der Tour noch einmal Revue passieren, denn morgen bricht schon der letzte Tag des Trips an. Wir waren froh, trotz der Zwischenfälle, Pannen und des manchmal schlechten Wetters diese Tour gemacht zu haben. Wir habe sehr viel gesehen, Land und Leute intensiv kennenlernen können, viel über uns und unsere Grenzen aber auch Fähigkeiten und Kräfte gelernt und jede Menge Eindrücke gewonnen, die wir erst nach und nach verarbeitet haben würden.

Es hat sich sehr gelohnt und dass war mehr als ein würdiger Abschluss. Es ist sehr wertvoll diese Rad und Reiseleidenschaft mit einem guten Freund teilen zu können. Danke ManuMaschine!!

Weit nach Mitternacht wankten wir in unser Zimmer und schlummerten sofort ein.

 

Tages-km: 157,27 Gesamt-km: 1290,07 Tages-hm: 397 Gesamt-hm:2116

Durchschnitt: 20,4 km/h Fahrzeit: 07:40:38h  

 

Tag 13           10.05.2013

Wir standen gemütlich um 09:00 Uhr auf und waren nicht verkatert oder hatten Nachwehen. Das Frühstück nahmen wir draußen auf der Terrasse ein und wir genossen den Blick über die Ebene und die Weinberge ringsherum. Danach packten wir zusammen und plauderten noch mit einem Touristenpärchen, die ebenfalls mit dem Rad da waren.

Pension Sonja Pension Sonja Eingang Sonja herself Frühstücksaussicht Schicke Weinberge Weinberge

Wir bekamen zum Abschied ein kleinen hölzernen Schlüsselanhänger mit der Adresse der Pension geschenkt und machten uns auf den Weg in Richtung Ptuj. Die Weinberge hinab zu fahren ging ganz einfach. Wir trafen wieder auf die Drava, an deren Ufern wir durch gemütliche Dörfer fuhren.

An einer Tankstelle kam noch der obligatorische SLO Sticker dazu. Zur Mittagsstunde kamen wir im Städtchen Ptuj an. Der Ort ist bekannt für seine Therme.

Wir fanden die Ptuj Therme, schlossen die Räder ab, nahmen die Badesachen heraus und lösten ein 4h Ticket für etwa 12€. Im Preis waren Thermalbecken, Außenbecken, Rutschen und verschiedene Saunen enthalten. Wir gönnten uns ein richtig angenehme und entspannte Auszeit. Das tat sehr gut, nachdem wir fast zwei Wochen ununterbrochen nur auf dem Sattel saßen.Wir saunierten drei Mal und es trat ein ordentlicher Schwitzeffekt ein. Jetzt waren die Biere vom gestrigen Tag definitiv alle wieder draußen.

Ptuj Therme das beklebte Rad

Nachdem die Zeit abgelaufen war, stiegen wir erfrischt auf die Räder und rollten gemütlich weiter in Richtung Maribor. Unterwegs entdeckten wir zuerst ein gemütliches Cafe und ich trank einen leckeren Pistazienshake und Manu einen Cafe, sowie wenige Kilometer später noch eine Eisdiele mit Straßenverkauf bei der wir weiter schlemmten.

Wir kamen Maribor langsam näher, der typische Speckgürtel der größeren Städte kam in Sicht. Mit Hilfe des Navis fanden wir schließlich auch unser Hotel, welches nicht ganz billig war, dafür lag auf dem Zimmer ein verschrumpelter Apfel als Willkommensgeschenk.

Kurz nach dem Check In rollten wir wieder unbepackt in die City um ein landestypisches Restaurant aus dem Reiseführer zu suchen. Dieses existierte aber leider nicht mehr. So suchten wir nach einer Alternative. Wir speisten die leckere Vegie-Platte bei einem Mexikaner, sowie den letzten Palatschinka der Reise, die letzte Cockta der Reise und das letzte Union-Pivo der Reise.

Drava in Maribor Maribor Maribor Maribor @ night Maribor die Kulturhauptstädte Europas Slovenjie

Es wurde langsam richtig kalt. Wir überlegten uns, den gebuchten Zug für die Heimfahrt nach Stuttgart bis nach Mannheim zu verlängern, denn das Wetter daheim versprach nur Regen und in Deutschland sollte es kühl sein. Darauf hatten wir wenig Lust. Wir benachrichtigten Matze per SMS und versprachen, die gekauften Zigaretten eben per Post zu ihm zu schicken.

Uns wurde recht schnell frisch und machten uns daher auf den Rückweg zum Hotel. Dort schlossen wir die Räder in die hoteleigene Garage ein und gingen zu Fuß in eine nahe gelegene Eckkneipe. Dort bestellten wir das letzte Zlatoroc der Reise. Die Kneipe war etwas seltsam. Wir waren zuerst die einzigsten Gäste.dann kam eine kleine Gruppe herein, darunter ein finsterer Kerl vom Typ Hooligan der keinen Spaß versteht. Die Kellnerin kam zu uns und forderte uns auf zu zahlen, vor allem so schön direkt und uncharmant. Das war quasi eine offene Forderung zu gehen. Wir tranken aus und verließen die "gastfreundliche" Kneipe.

Im Hotel schrieben wir die letzten Karten und ordneten unsere Klamotten und Papiere für die Heimreise. Gute Nacht!

 

Tages-km: 63,24 Gesamt-km 1353, 31 Tages-hm: 168 Gesamt-hm: 2284

 

Durchschnitt: 16,70 km/h Fahrzeit: 03:46:55h

 

Tag 14 11.05. Abreise

 

Der Abreisetag war unspektakulär. Nach einem jedoch dafür spektakulären Frühstück hielten wir auf dem Weg zum Bahnhof noch einmal im Supermarkt, um uns mit Lebensmitteln und Getränken für die lange Zugfahrt einzudecken. Es regnete Bindfäden. Wir kamen frierend und durchnässt am Bahnhof an und stiegen in den Zug nach Graz. Er war eng und wir waren froh dass wir mit dem neuen Zug ab Graz viel Platz und ein Fahrradabteil hatten.

Wir saßen über 11 h im Zug und kamen über Salzburg, München, Augsburg, Ulm, Stuttgart nach Mannheim. Meine Frau holte uns vom Bahnhof ab und ich war froh wieder daheim zu sein, aber auch gleichzeitig glücklich und stolz diese Reise unternommen zu haben und diese Distanzen so gut bewältigt zu haben. 

nüschd los im Abteil

 

 

 

Gesamt-km:  1358,97 km

GesamtFahrzeit:  3d 1h 55min

Gesamt-hm:  2316